HeidelbergCement

Teil der israelischen Besatzungs- und Apartheidspolitik ist es, die natürlichen Ressourcen – vor allem Wasser und Land – und Arbeitskräfte – in den palästinensischen Gebieten auszubeuten, während die landwirtschaftliche, industrielle und wirtschaftliche Entwicklung der palästinensischen Gesellschaft aktiv behindert wird. In den besetzten Palästinensischen Gebieten unterliegen dort agierende (israelische und internationale) Firmen nicht denselben Bestimmungen (Mindestlohn, Arbeitsschutz und Umweltstandards) wie in Israel, Produktionskosten können daher um bis zu 70% gedrückt werden.

Ein Beispiel ist die Gewinnung von Baumaterialien in Steinbrüchen in der West Bank, an der auch die deutsche Firma HeidelbergCement über ihre israelische Tochterfirma Hanson Israel beteiligt ist, die in der West Bank einen Steinbruch sowie zwei Zement- und eine Asphaltfabrik betreibt. Mitte der 90er Jahre erließ Israel strengere Auflagen für die durch Lärm- und Staubproduktion extrem umweltbelastende Branche, die ihre Produktion daraufhin vermehrt in die West Bank verlagerte.

75% der dort durch israelische Firmen abgebauten Baustoffe werden in Israel verwendet, der Rest hauptsächlich beim Siedlungsausbau. Beides – sowohl die Ausbeutung natürlicher Ressourcen für den eigenen Markt als auch der Transfer eigener Bevölkerung in besetzte Gebiete – ist nach internationalem Recht illegal. Die israelische Menschenrechtsorganisation Yesh Din führt derzeit vor dem höchsten israelischen Gericht eine Verbotsklage gegen diese von ihr als ‚Plünderung‘ bezeichnete Praxis. HeidelbergCement versucht derzeit, ihre israelische Tochterfirma zu verkaufen.

Deutsche Beteiligung heißt direkte Verantwortung, als Bürger_innen, Gewerkschafter_innen, Wissenschaftler_innen und Konsument_innen gegen Besatzung und Apartheid aktiv zu werden!

2. September 2010:

Panorama-Beitrag: Deutsches Investment: Raubbau im Palästinensergebiet. Eine deutsche Firma baut in einem Steinbruch im Westjordanland Erdreich ab. Das ist völkerrechtswidrig, meinen Juristen.

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